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Zur Vollversammlung am 23. Juni stellt der Vorstand der LHG Greifswald den nachfolgenden Antrag:
Eine Lehramtsfakultät für Greifswald
Die Vollversammlung möge beschließen:
Die Studierendenschaft der Universität Greifswald fordert das Bildungsministerium auf, eine Fakultät für Lehrämter ähnlich der School of Education der TU München zu ermöglichen, indem es den rechtlichen und finanziellen Weg dahin eröffnet. Diese LA-Fakultät soll vorzugsweise am Standort Greifswald eingerichtet werden und neben den dort schon vorhandenen Studiengängen für Gymnasien, Haupt- und Realschulen auch eine Ausbildung für Berufsschullehrer erhalten. Langfristig ist eine Integrierung von Grundschullehrern zu überlegen.
Weiterhin wird die Universitätsleitung aufgefordert, auf die Schaffung einer solchen Fakultät hinzuwirken. Dies soll auch in die kommenden Zielvereinbarungen aufgenommen werden.
Neben den bestehenden Fächern müssen auch Kapazitäten für die so genannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) eingerichtet und ausgebaut werden. Außerdem müssen umfangreiche Fächerkombinationen möglich sein.
Der Fakultät soll es selbst überlassen bleiben, ob sie Lehramt auf Staatsexamen oder Bachelor und Master of Education ausbildet oder ob sie gar beides bereithält. Sofern ein Bachelor-Masters-System eingerichtet wird, muss eine Durchlässigkeit vom Bachelor of Education in einen nicht-lehramtsbezogenen Bachelor oder einen fachwissenschaftlichen Master gewährleistet werden. Die Qualität der Ausbildung darf in keinem Fall unter verschiedenen Abschlüssen leiden.
Weiterhin soll die LA-Fakultät die Hoheit über die der Lehrerbildung zugehörigen Ressourcen erhalten. Für personelle Ressourcen der Fachwissenschaften anderer Fakultäten sollen „joint appointments“-Professuren eingeführt werden. Hier können sich die Lehrkräfte zu einem bestimmten Prozentsatz der LA-Fakultät zuordnen lassen.
Die Fakultät soll weiterhin ein umfangreiches Netzwerk des gegenseitigen Austausches zu den Schulen in der Region aufbauen. So soll ein umfangreiches Praxisangebot für die Studenten während der Studiumszeit und eine Verbesserung des Unterrichtes in den Schulen gewährleistet werden. Dies schließt auch eine umfangreiche Bildungsforschung mit ein.
Begründung:
Die Lehrerbildung in Mecklenburg-Vorpommern ist gefährdet. Einerseits werden die benötigten Kapazitäten für die Versorgung mit Lehrern nicht erfüllt, andererseits muss eine hochqualitative Lehre dauerhaft sichergestellt werden. In der Süddeutschen Zeitung heißt es dazu: „Die Lehrerbildung hat im Grunde keine Lobby, die Universitäten fühlen sich meist nicht richtig zuständig, der Staat, auch wenn er das Staatsexamen vorschreibt, auch nicht.“ Eine Lehramtsfakultät würde diese Lücke füllen und entsprechend für Studium, Forschung und Lehre eintreten. So wäre den Lehrämtern einerseits eine Stimme gegeben, die gegen Land und Universität für das LA eintritt und andererseits die durch Forschung die Qualität der Lehrausbildung beständig weitertreibt und eine Lehrerausbildung auf aktuellsten Erkenntnissen der Zeit garantieren würde.
Durch die Verknüpfung mit den in Greifswald umfangreich angesiedelten und ausgebauten Naturwissenschaften ließe sich auch die hochqualitative Ausbildung von Naturwissenschaftslehrern sicherstellen. Ein Abschluss dieser Art käme auch den Studierenden zu Gute, die sich später in die Wirtschaft wenden, da auch dort Lehrer, insbesondere aus dem naturwissenschaftlichen Bereich, gern gesehen sind. Die Vielfalt an möglichen Fächerkombinationen erhöht die Attraktivität des Studiums (z. B. Wirtschaft und Physik), wodurch Absolventen für Schule und Wirtschaft bessere Chancen als Mitwerber mit engeren Wahlmöglichkeiten erhalten.
Die freie Wahl der Abschlussmöglichkeiten garantiert der LA-Fakultät größtmöglichen Gestaltungsspielraum und sichert dazu auch noch die Hochschulautonomie.
Dazu gehört natürlich auch die Ressourcenhoheit. Um einen Kompetenzstreit mit anderen Fakultäten zu vermeiden, gibt es die „joint appointments“-Professuren. Dadurch können Ressourcen transparent und verbindlich der jeweiligen Fakultät zugeordnet werden.
Durch eine Vernetzung der LA-Fakultät mit den regionalen Schulen profitieren alle Seiten. Die Studenten durch einen höheren Praxisanteil, die Forschung durch die Möglichkeit von direkten Studien und die Schulen durch höhere Betreuung und der Vermittlung neuster Erkenntnisse. Daraus resultiert auch eine Strahlwirkung in die Region. Greifswald und Umland würde schultechnisch für Eltern interessanter werden und die Schüler würden besser unterrichtet.
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